Bestand (353)

Neue Methode dämmender Maßnahmen mittels Vorfertigung von Holzrahmenwänden mit eingesetzten Fenstern und Lüftungsanlage – Sanierung von Bestandsgebäuden im bewohnten Zustand.

 

 

Architektur Schankula Architekten, München
Bauherr B&O Gruppe
Bauzeit 1936; 2008 Sanierung
Typologie Ursprünglich: Mannschaftsunterkunft – zweigeschossiges Hauptgebäude mit Unterkellerung; eingeschossiges ostwest-orientiertes Nebengebäude
Heute: Mehrfamilienhaus, 23 Wohneinheiten, Erdgeschoss zwei Gewerbeeinheiten
Bruttogrundfläche 3.881 m²
Wohnfläche 2.153,78 m² (Baugenehmigung)
Brutto-Rauminhalt 13.636 m³ (Baugenehmigung)

Serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip

 

2008 wurde mit der Sanierung des Bestandsgebäudes 353 der Startschuss für das Forschungsprojekt „Solar Luft Fassade“ und die Entwicklung serieller Sanierungsmethoden gelegt. Schankula Architekten setzten dabei erstmals auf eine Vorgehensweise, die eine Modernisierung im bewohnten Zustand mit minimaler Belastung für die Bewohner ermöglicht.

Kern des Konzepts waren passgenau vorgefertigte Holzrahmenwände mit integrierter Dämmung und bereits eingesetzten Fenstern. Ergänzt wurde die neue Gebäudehülle durch eine „Aktivfassade“ mit mechanischer Lüftungsanlage, Wärmerückgewinnung, Wärmepumpe und einer Solaranlage auf dem Dach. Das energetische Niveau erreichte EnEV minus 30.

Durch Nachverdichtung und den Ausbau des Dachgeschosses konnte zusätzliche Wohnfläche geschaffen werden. Mit dieser Maßnahme wurde am Gebäude 353 eine Methode umgesetzt, die heute unter dem Begriff „Energiesprong“ bekannt ist – lange bevor sich 2022 die internationale Energiesprong Global Alliance gründete.

 

 

Konstruktion Massivbauweise
Decke Stahlbeton
Kellerdecke: Styropor 13 cm
Geschossdecke, oberste: Schüttung 22 cm
Außenwand Hochlochziegel
Südfassade: Holzfertigbauteile mit integrierter Wärmedämmung und Fassadenheizung, d=18 cm, Holzverkleidung
Sonst WDVS 15 cm, verputzt
Innenwand Ziegel
Ausstattung Südbalkone und Gauben
Energieversorgung Anschluss an das Nahwärmenetz; Wärmepumpe; Solaranlage 213 m²; zentrale mechanische Lüftungsgeräte mit WRG
Energetischer Standard EnEV minus 30
Besonderheiten • Mehrfamilienhaus mit zwei bestehenden Treppenaufgängen und drittem Eingang mit Holztreppe