Quartierssanierung am Jellinekplatz in Heidelberg
Jellinekplatz 1, 3 ,5 ,7 ,9 ,11, 13, 15 in Heidelberg
310 sozial geförderte Wohnungen und eine Gewerbeeinheit am Jellinekplatz in Heidelberg mussten vollständig energetisch saniert werden. Der Knackpunkt: Die Sanierung aller acht Gebäude erfolgte im bewohnten Zustand. Die umfangreiche Quartiersertüchtigung, die einen kompletten Fensteraustausch sowie die Flachdach-, Kellerdecken- und Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem beinhaltete, hat B&O Bau im Auftrag der Südwert Wohnungsprivatisierungsgesellschaft übernommen.
| Bauherr | Südwert Wohnungsprivatisierungsgesellschaft mbH |
| Architektur | Becker und May Architekten Energieberater: Strauß Architekten (Planung bauseits) |
| Bauzeitraum | 10. November 2021 bis 5. Juli 2024 |
| Leistungsumfang | Energetische Quartierssanierung mit Fenstertausch, Flachdach- und Kellerdeckendämmung. |
| Gebäudezahlen | 310 Wohnungen plus eine Gewerbeeinheit Gesamtwohnfläche 24.455,67 m² Fassadenfläche rund 15.000 m² |
| Energiekonzept | KfW–Effizienzhaus 55 |
| Bauorganisation | B&O Bau als Generalunternehmer |
Spezielle Anforderungen je Bauabschnitt
Die umfassende Quartierssanierung mit insgesamt acht bewohnten Gebäuden wurde in drei Bauabschnitte, die alle ihre besonderen Herausforderungen mit sich brachten, unterteilt. So wurden die Bewohner nur über einen möglichst kurzen Zeitraum Unannehmlichkeiten wie Lärm- und Schmutzbelästigung ausgesetzt, die eine Baustelle mit sich bringt.
Zu Beginn der umfangreichen energetischen Sanierung eines jeden Bauabschnitts mussten sämtliche schadstoffbelasteten Fassaden mit einer Gesamtfläche von rund 15.000 Quadratmetern rückgebaut werden. Anschließend konnten der Komplettaustausch der Fenster sowie die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems und einer Putzfassade in Angriff genommen werden. Zusätzlich ist in sämtlichen Gebäuden eine vollständige Flachdach- und Kellerdeckendämmung erfolgt.
Im ersten Bauabschnitt mit 136 Wohnungen, den B&O Bau zwischen November 2021 und Anfang Juli 2023 realisierte, ging es darum, ein kombiniertes Gebäude, das aus einem sechsstöckigen sowie einem 13-stöckigen Gebäudeteil mit geteilter Fassadenwand besteht, energetisch zu ertüchtigen. Darunter fiel auch die Dämmung der Erker sowie die Anbringung einer Eternitwelldämmplatte im Sockelbereich des Hauses.
Im zweiten Bauabschnitt von November 2021 bis Dezember 2023 bestand die Herausforderung darin, dass der zu sanierende Bestand aus fünf Gebäuden mit insgesamt 104 Wohnungen sowie einer Gewerbeeinheit durch mehrere Laubengänge miteinander verbunden ist und eines der Häuser zusätzlich einen Durchgang aufweist.
Bauabschnitt drei wiederum dauerte von Februar 2023 bis Juli 2024 und betraf Haus Nr. 1 des Jellineckplatzes. Dieses Hochhaus wurde über einer Verkehrsstraße erbaut und ist auf der Ostseite sieben Stockwerke hoch, während es im Westen ganze 13 Stockwerke zählt. Die Krux hier: Das Baugerüst musste an der Fassade aufgehängt werden, da sich darunter ein Kindergarten mit Holzdach befindet und dieses Gebäude keiner solchen Belastung ausgesetzt werden konnte. Die Wohnungstüren der 70 Wohneinheiten wurden zusätzlich ausgetauscht.
Insgesamt entsprechen nach der energetischen Sanierung alle 310 Wohnungen dem KfW-Standard 55, was für die Bewohner eine deutliche Senkung der Heizkosten bedeutet sowie ein gesünderes Wohnen.
Besonderheiten
- Großräumige Quartierssanierung im bewohnten Zustand
- Rückbau von 15.000 Quadratmetern schadstoffbelasteter Fassade
- Wärmedämmverbundsystem und Putzfassade
- Fenstertausch, tw. Wohnungstüraustausch
- Flachdach- und Kellerdeckensanierung
- Erreichen des KfW-Effizienzhaus-Standards 55 für 310 geförderte Wohneinheiten